Für Menschen mit so genannter geistiger Behinderung hat die Gestaltung der Freizeit als frei verfügbare Zeit prinzipiell keine andere Bedeutung als für Menschen ohne Behinderung. Freizeit wird charakterisiert durch freie Zeiteinteilung, durch das Prinzip der Freiwilligkeit, durch Zwanglosigkeit ohne Fremdbestimmung, ohne Leistungszwänge und ohne disziplinarische Maßnahmen, durch das Angebot, sich zwischen verschiedenen Wahlmöglichkeiten selbst entscheiden zu können und durch die Möglichkeit, selbst die Initiative zu ergreifen und die eigene Freizeit selbst zu organisieren. Sinnerfüllende Freizeit ist Bestandteil von Lebenszufriedenheit und persönlicher Entfaltungsmöglichkeit.
 

Zielgruppe
 

Das Angebot richtet sich an Bewohner, Nutzer, Beschäftigte und Mitglieder der Lebenshilfe Halle.
 

Ziel von Freizeitgestaltung

  • Teilhabe und Entscheidungsfreiheit
  • Interessenentwicklung, Sinnstiftung, Gestaltung einer sich erweiternden Erfahrungs- und Erlebniswelt
  • Erholung, Ausgleich
  • selbständige Auswahl aus verschiedenen Angeboten
  • soziales Lernen
  • zeitweise Loslösung vom Elternhaus
  • Begegnungen und Erfahrungsaustausch
  • Kulturelle Entfaltung
  • Eigeninitiative durch das Prinzip der abnehmenden Hilfe
  • Freizeit als frei verfügbare Zeit, als ein Bereich aktiven und interagierenden Verhaltens bewusst erlebbar machen

 

Angebot der Freizeitstätte
 

Die Freizeitstätte der Lebenshilfe Halle bietet regelmäßige, wiederkehrende und flexible Angebote.

Das aktuelle Angebot erscheint monatlich und bezieht die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Interessenten mit ein und orientiert sich an den ressourcenorientierten Schwerpunkten der Einrichtungen der Lebenshilfe e. V. Halle.
 

Die Vermittlung zur Nutzung städtischer Angebote hat im Sinn der Inklusion Vorrang. Daher liegt der Schwerpunkt der Unterstützung durch die Freizeitstätte auf der Interessenentwicklung, dem Finden entsprechender regionaler Angebote und der Unterstützung zur Wahrnehmung dieser Angebote.
 

Die Vermittlung von Angeboten wie Schwimmkurse, Theater, Kino, Zoobesuche, Exkursionen, Besichtigungen und Vorträge oder der Angebote der Volkshochschule ist fester Bestandteil des Freizeitangebotes, bei Bedarf wird die Freizeitbegleitung organisiert.
 

Die Freizeitstätte dient jedoch nicht ausschließlich der Vermittlung von städtischen Angeboten, sondern es wird auch die Freizeitgestaltung innerhalb der Räume der Freizeitstätte angeboten.

Wiederkehrende Angebote sind zum Beispiel thematische Verabredungen, wie Herbstfrühstück, Grillen, Weiterbildungen, zum Beispiel zum Thema Ernährung mit praktischer Umsetzung im Koch- und Backkurs, u .m.
 

Flexible Angebote sind zum Beispiel Backen für Weihnachten oder zum Muttertag, Besuche von Ausstellungen, Lesungen,…. Die Interessenten erhalten Unterstützung, wenn sie bspw. an Ausschreibungen wie Geschichtenwettbewerben teilnehmen möchten. Grund- und behandlungspflegerische Tätigkeiten werden durch die Unterstützer nicht umgesetzt. Der Transfer zwischen dem Wohnort der Gäste und der Freizeitstätte wird durch den Mitarbeiter nicht organisiert.
 

Zeitlicher Umfang
 

Es wird zur Umsetzung der Freizeitangebote 1 Tag pro Woche eingeplant. Für die flexiblen Angebote werden die Öffnungszeiten angepasst und können vormittags, am Wochenende oder in den ausgelasteten Sommermonaten am späteren Nachmittag/Abend bedarfsorientiert umgesetzt werden. Das Konzept ist offen gestaltet für weitere passende Optionen zur Umsetzung von Inklusion.
 

Finanzierung
 

Teilnehmer an Angeboten übernehmen die Materialkosten des Angebotes, über welche sie mit dem Angebot zur Teilnahme informiert werden. Mit Zusage durch die Interessenten ist die Kostenübernahme verbindlich, der Anspruch wird aufrechterhalten, sollte der Interessent nicht sieben Wochentage vor dem Freizeitangebot absagen. Aus Gründen der Lesbarkeit wird nur die männliche Schreibweise verwendet und gilt für Personen beiderlei Geschlechts.