Geschichte

Die Lebenshilfe ist eine Selbsthilfe-Vereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung, für ihre Eltern und Angehörigen, für Fachleute, Freunde und Förderer.
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wurde 1958 in Marburg gegründet und hat heute 16 Landesverbände mit 3000 Einrichtungen in deren Diensten ca. 150 000 behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene leben, gefördert und begleitet werden.
Behinderte Menschen gehören zu uns, sie haben einen selbstverständlichen Platz in der Gesellschaft. Gemeinsam können wir erreichen, dass Menschen mit Behinderung und ihre Familien bei uns eine bessere Zukunft haben.

Als sich in den späten Herbsttagen des Jahres 1989 auf Initiative einer Gruppe von Sonderschullehrern aus Halle eine Vielzahl von Eltern und Angehörigen von geistig behinderten Mitbewohnern der Stadt Halle trafen, um zu beraten, wie man künftig gemeinsam besser die Interessen geistig behinderter Menschen der Stadt Halle unterstützen kann, hatte wohl keiner so recht Vorstellungen, wie die Ideen in der Praxis umgesetzt werden konnten.

Wenn auch sehr bald klar wurde, dass eine Initiativgruppe nicht ausreichend sein würde, sondern nur in Form eines eingetragenen Vereins hier wirksam ein Tätigwerden betrieben werden konnte, war doch wohl keinem der Gründungsmitglieder des Vereins so recht bewusst, welch gewaltige Aufgaben zur Lösung in den nächsten Jahren vor ihnen stehen würden.

Am 27.01.1990 wurde zunächst der "Verein zur Förderung geistig Behinderter" gegründet, der nach der Einheit Deutschlands als Mitglied der Bundesvereinigung und des Landesverbandes der Lebenshilfe unter dem Namen "Lebenshilfe für geistig und mehrfach Behinderte e.V." tätig war.

Seit der Satzungsänderung im Herbst 1998 heißt der Verein nunmehr "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung". Für diese, nämlich die geistig behinderten Menschen der Stadt Halle und der umliegenden Saalkreisgemeinden hat sich der Verein von Anfang an ständig engagiert.

Der Verein hat sich zunächst als Elternverein verstanden, es wurde schnell klar, dass die Verwirklichung der Vereinsziele nicht nur über Beratung zur Selbsthilfe, über Beratung zu pädagogischen, medizinischen und juristischen Fragen verwirklicht werden kann, sondern nur, indem selbst Verantwortung für Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen übernommen wird.

Insoweit bemühte sich der Verein sehr bald, kommunale Behinderteneinrichtungen in seine Trägerschaft zu übernehmen. Am 01.11.1991 sind durch einen Trägerschaftsübertragevertrag Teile des ehemaligen Rahabilitationszentrums Halle-Neustadt in die freie Trägerschaft der Lebenshilfe übernommen worden.

Hier soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine Vielzahl von schwierigen Vorfragen geklärt werden und viele Vorurteile beseitigt und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden mussten, ehe es uns auch mit tatkräftiger Unterstützung des Lebenshilfevereins aus Karlsruhe, der Partnerschaft der Stadt Halle, gelungen war, dass uns der damalige Sozialdezernent Herr Till der Stadt Halle gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten des Landtages von Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Keitel, in feierlicher Form die ehemals kommunalen Einrichtungen in die frei Trägerschaft übergab.

Unterstützung in unserer Arbeit erhielten wir auch fortan umfänglich von unseren Partnern aus Karlsruhe, wie auch von Mitarbeitern des Instituts für Rehabilitationspädagogik der Martin-Luther-Universität.

Schon sehr bald nach Übernahme der Behinderteneinrichtungen wurde deutlich, dass sie bei weitem nicht den Bedarf der Stadt Halle befriedigen konnten. Die Plätze in der Werkstatt für Behinderte waren nicht ausreichend, das Platzangebot in den Wohnheimen war viel zu gering, eine leistungsfähige Frühförderung musste geschaffen werden, Wohnheime für behinderte Erwachsene, die nicht in der Lage sind, in der Behindertenwerkstatt zu arbeiten, mussten ebenso neu konzipiert werden, wie ein familienentlastender Dienst, der eine kurzzeitige Unterbringung und Betreuung von behinderten Angehörigen gewährleistet.

Voll Stolz können wir darauf verweisen, dass derzeit folgende Einrichtungen bestehen:

  • Frühförderstelle mit 36 behinderten Kindern,
  • Kinder- und Jugendwohnheim "Wohnnest" mit 37 Kindern und Jugendlichen,
  • Heilpädagogisches Wohnheim "Fohlenweg" mit 52 Bewohnern,
  • Wohnheim an der Werkstatt für Behinderte mit 33 Bewohnern,
  • Ambulant betreutes Wohnen mit 48 Bewohnern,
  • die "Saale-Werkstätten" als Anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen mit 320 behinderten Mitarbeitern, davon 24 in Förder- und Therapiegruppen,
  • Kurzzeitpflege mit 7 Betreungsmöglichkeiten,
  • der Familienentlastende Dienst, der Offene Hilfen für alle Interessenten anbietet,
  • ein Klub, der den behinderten Menschen unserer Stadt verschiedenste Freizeitangebote macht
  • Wohnheim an WfbM 2 für 26 Bewohner
  • Intensiv betreutes Wohnen mit 8 Bewohnern


Obwohl in den vergangenen 10 Jahren eine beachtliche Leistung von den Vereinsmitgliedern, wie auch non den Mitarbeitern der Lebenshilfe erreicht wurde, ist der Bedarf, insbesondere an Wohnmöglichkeiten und auch an Arbeitsplätzen in der Werkstatt für Behinderte noch nicht gedeckt.

Neue Wohnformen werden dabei genauso berücksichtigt, wie moderne Förderkonzepte.

Es versteht sich von selbst, dass die behinderten Menschen, die in Einrichtungen der Lebenshilfe betreut werden, nicht nur in die Arbeit integriert werden, sondern dass deren Anregungen und Meinungen im Sinne eines selbstbestimmten Lebens Berücksichtigung finden.

Für das bisher Geleistete sei allen ehrenamtlichen Funktionsträgern des Vereins, wie auch den derzeit 180 Mitarbeitern der Lebenshilfe herzlich gedankt.

Gedankt sei auch allen Förderern der Lebenshilfe, die durch persönlichen Einsatz oder durch Geldspenden die qualitativ hochwertige Arbeit des Vereins ermöglichen.

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